Zwei traumatisierte Turnierpferde kommen nach Meadowland. Snap und Coffee haben nach einem Stallbrand ihr Vertrauen verloren – und Gillian beginnt ein geduldiges Training.
Ein Kunde brachte zwei seiner Pferde, zur Therapie.
Josh: „Das ist Jamie, er bringt zwei seiner Pferde von der Springflower Ranch.“
Gillian: „Oha, Vollblüter … schöne Tiere. Ich bin gespannt was mit denen los ist.“
Ich fragte Jamie
Gillian: „Was ist los mit den beiden?“
Jamie: „Der Braune ist Snap und die hübsche Gescheckte ist Coffee. Beide sind gute Springpferde und gehen auf Turniere … bis zu dem Brand in unserem Stall. Seitdem wollen beide nicht mehr in ihre Boxen. Vom Satteln oder Reiten ganz zu schweigen.“
Wir stellten die beiden erst einmal auf ein Paddock.
Jamie: „Was meinst Du Gillian, bekommt ihr das wieder hin?“
Gillian: „Wir lassen sie erst einmal hier auf der Koppel ankommen und in ein paar Tagen fangen wir mit dem Training an. Sie sind traumatisiert. Wir müssen alles ganz langsam angehen. Zum Glück konntet ihr alle Tiere retten.“
Josh und ich begannen das Training mit Snap. Er war der mutigere von beiden. Doch auch er wollte sich die ersten Tage nicht in die offene Außenbox bringen lassen. Coffee ließ sich anfangs nicht mal von der Weide führen. Stundenlang hielt ich mich mit Snap vor der offenen Box auf. Als ich mich in eine Ecke der Box hockte, dauerte es nicht lange und er kam langsam zu mir. Auch die geschlossene Tür akzeptierte er nach einiger Zeit. Mit Coffee war es etwas schwieriger. Sobald wir in Boxennähe kamen, begann sie zu tänzeln und wollte ausbrechen. Also tänzelten wir in Kreisen an den Boxen vorbei. Wieder und wieder. Als sie Snap in einer der Boxen entdeckte, stoppte sie und die beiden beschnupperten sich durch die Gitter. Einen Versuch war es wert. Ich öffnete die Tür und siehe da … Coffee ging zu Snap hinein. In den Außenboxen waren sie nun und nach ein paar Tagen, ließen sie sich auch in getrennte Boxen nebeneinander stellen. Unser nächstes Ziel war der große Innenstall. So verbrachten wir die nächsten Tage damit, uns vorm Stall aufzuhalten. Wie spazierten vorbei, ließen die beiden davor grasen und John bestach sie regelmäßig mit Äpfeln. Wir hatten alles Mögliche versucht die Pferde dazu zu bringen in den großen Innenstall zu gehen … keine Chance. Josh meinte, wir sollten es damit versuchen die beiden rückwärts hineinzuführen. Tatsächlich funktionierte es. Erst nur bis in die Stallgasse und einige Tage später ließen sie sich in die Boxen bringen. Als sie ihre Angst verloren hatten, ließen sie sich auch wieder vorwärts in ihre Boxen bringen. Yippie geschafft! Die beiden Schätzchen standen in Boxen und fanden es ganz normal. Schon nach einigen Tagen waren sie wie ausgewechselt. Sie hatten ihr Selbstvertrauen und vor allem das Vertrauen zu den Menschen wieder gefunden. Von nun an ging es steil bergauf. Sie ließen sich problemlos satteln und auf dem Platz und im Gelände reiten. Für den Einsatz auf Turnieren und dem damit verbundenen Trubel war es noch zu früh, aber es war an der Zeit Jamie zu informieren. Ein paar Tage später waren wir soweit. Der Stall und auch das Reiten stellten kein Problem mehr dar. Ich hatte Jamie zu einem Ausritt eingeladen, bevor er Snap und Coffee wieder mitnahm. Beide Pferde waren so gelöst … befreit von ihren Ängsten. Man konnte deutlich spüren, wieviel Spaß sie hatten. Doch bis sie wieder bereit wären auf Turniere zu gehen, lag noch viel Arbeit vor Jamie. Aber ich wusste, die drei würden es schaffen.
Jamie: „Gillian, ich bin so glücklich. Das habt ihr super hinbekommen.“
Gillian: „Das ist erst der Anfang, Jamie. Die beiden haben in den vergangenen Wochen viel erreicht. Aber bis sie wieder bereit für ihre Bestimmung im Turniersport sind, da liegt noch ein ganzes Stück Weg vor euch.“