Episode 082
Ein Teil von Meadowland

Episode 082

Ein Teil von Meadowland

Sadies Zeit auf Meadowland geht zu Ende. Zwischen Abschiedsschmerz, neuen Gefühlen und einer liebevollen Überraschung wird klar, dass sie längst mehr geworden ist als nur ein Besuch.

Ich wollte mich gerade auf den Weg runter zum Stall machen und öffnete die Haustür. Zu meiner Überraschung standen Sadie und Derek eng beieinander auf der Terrasse.

Sadie: „Ich werde Dich so sehr vermissen. Und die Ranch und Gillian und Jamie. Am liebsten würde ich hier bleiben.“

Derek: „Du wirst sehen, die Zeit geht ganz schnell rum und dann kommst Du wieder. Wir telefonieren jeden Tag.“

Upps! Ich verzog mich schnell wieder ins Haus.

Gillian: „Wusstest Du, dass Sadie einen Freund hat? Ich wollte gerade rausgehen gehen, da sehe ich sie mit Derek vor der Tür stehen. Arm in Arm.“

Jamie: „Ja, wusste ich. Was glaubst Du wo sie sich die letzten Wochen rumgetrieben hat? Die vielen Ausritte nach Silverglade Village ... sie ist einfach glücklich.“

Ich hatte mir in den letzten Wochen kaum Zeit für Sadie genommen. Es war so viel los. Und morgen würde sie schon wieder nach Hause fahren. Ich ärgerte mich über mich selbst und es tat mir leid. Sadie tat mir leid, sie war auf Meadowland aufgeblüht. Hatte ihr Selbstbewusstsein wiedergefunden und musste sich nicht mehr hinter Wut verstecken. Sie hatte sich verliebt. Und jetzt stand ihr ein Abschied bevor - und der Schmerz, den ich nur allzu gut kannte. Ich fand Sadie alleine und traurig, auf der Bank unter dem großen Baum und setzte mich zu ihr.

Gillian: „Sadie es tut mir leid, dass ich so wenig Zeit für Dich hatte. Du bist ein sehr starkes Mädchen und hast soviel für Dich erreicht. Ich bin stolz auf Dich. Du sollst wissen, Meadowland ist jetzt auch Dein zu Hause. Komm wann immer Du willst. Wir sind hier.“

Sadie: „Ist schon ok. Ich hab ja gesehen, was hier los ist. Jamie war immer da und hatte ein offenes Ohr. Lass den niemals gehen, der ist toll. Ich hab mich auch nicht getraut Dir von Derek zu erzählen. Ich wusste nicht, wie Du dazu stehst. Ich bin traurig, das alles hier zurückzulassen.“

Ich suchte Jamie. Er mistete die Ställe aus.

Gillian: „Lass uns was Schönes für Sadie zum Abschluss organisieren. Was Besonderes, wir laden Derek und ein paar andere ein. Sie soll sehen, dass auch sie ein Teil von Meadowland ist.“

Jamie: „Das ist eine tolle Idee. Weißt Du, ein bisschen ist es für mich schon, als ob ein Kind auszieht. Ich werde sie ganz schon vermissen. Ich überlege mir was, lad Du die Leute ein.“

Ich rief alle an. Da ich sowieso nochmal nach Silverglade Village musste, lud ich Derek persönlich ein.

Gillian: „Hi Derek, wir wollen heute Abend eine kleine Abschiedsparty für Sadie machen. Du bist herzlich eingeladen.“

Derek: „Tolle Idee, ich komme. Sag mal, darf ich Dich jetzt eigentlich Schwiegermama nennen? Du bist doch hier so eine Art Ersatzmama.“

Es wurde ein schöner Abend. Die Überraschung für Sadie war gelungen. Jamie hatte alles liebevoll organisiert. Einen Tanz mit Sadie ließ er sich nicht nehmen.

Jamie: „Ich bin auch traurig, dass Du fährst. Du bist mir ans Herz gewachsen. Du hast Dich jetzt wiedergefunden, gib das nie mehr auf und egal was ist, ruf an.“

Sadie: „Ohne Dich hätte ich das nicht geschafft. Danke, Jamie. Ich wünschte Du wärst mein Vater.“

Oha! Das ging Jamie so nah. Später als alle Gäste schon gegangen waren, tanzten nur noch Sadie und Derek zu langsamer Musik. Jamie stand wachen Auges etwas abseits.

Gillian: „Komm Papi, ich bring Dich ins Bett. Lass Dein Mädchen mal alleine Abschied nehmen. Sie schafft das schon.“

Jamie: „Ich hoffe Derek weiß, dass ich jederzeit mit einem sehr bedrohlichen Verkleidete- Katze-Shirt auftauchen kann. Ich werde Sie vermissen. Komm, bevor ich doch noch sentimental werde.“

Der nächste Morgen war da. Wir brachten Sadie zur Fähre in Fort Pinta. Jamie schluchzte und schniefte vor sich hin.

Gillian: „Schatz, in acht Wochen sind wieder Ferien, Dann kommt sie doch wieder. Und wenn Du es gar nicht aushältst, besuchst Du sie einfach in Hamburg.“

Sadie: „Bis in acht Wochen. Ich hab Euch lieb!“

Derek: „Ruf mich an, wenn Du angekommen bist. Ich glaube Jamie möchte auch angerufen werden. Ich verstehe ihn so schlecht. Gute Reise, Sadie.“

Dann fuhr die Fähre ab und ich brachte den traurigen Jamie nach Hause.

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