Nach einem überraschend romantischen Picknick gerät Gillians Gefühlswelt endgültig durcheinander. Zwischen Jamie, Josh und Claire sucht sie nach einer Antwort, die sie selbst noch nicht kennt.
Ich ging zum Haus und fand an der Tür einen Zettel.
Zettel: ‘Hi Gillian, heute 16 Uhr an dem Doppelbaum im Wäldchen hinter der Feuerstelle. J.S.‘
Was war das denn? Neugierig war ich um 16 Uhr zum angegebenen Ort gegangen. Jamie war dort und hatte etwas vorbereitet.
Jamie: „Und was sagst Du? Ein romantisches Picknick für die Überlebenden der Höhlenkatastrophe. Also Du und ich.“
Gillian: „Jamie, Du bist echt der Knaller und der netteste Typ, den ich kenne. Ach, ich kenn ja gar keine Typen außer Dir.“
Das Survivor-Picknick mit Jamie war sehr schön und lustig. Wir aßen, tranken, redeten und froren zusammen. Jamie war wundervoll und ich spürte leichte Flügelschläge von Schmetterlingen in meinem Bauch. Aber da waren auch noch andere Schmetterlinge ... Josh. Auch wenn ich mir die Gedanken an ihn verbot, Gefühle für ihn - waren immer noch da. Hatte er diese Gefühle auch oder hatte er Meadowland schon vergessen? Jamie war hier und er sendete Signale aus, die ich nur zu gern empfing. Am nächsten Tag beschloss ich es Claire zu erzählen. Wir ritten aus.
Claire: „Also leg los. Was ist denn so dringend, dass wir einen Not-Ausritt machen müssen? Willst Du mir kündigen?“
Gillian: „Nein! Es ist etwas passiert. Ich glaube ich verliebe mich ... er ist so süß ... aber da ist auch noch Josh ... eine blöde Postkarte ... bin mir nicht sicher ... Was soll ich also tun ?!“
Wie kam Claire in solch einer Situation denn auf Kündigung ?! In mir tobte doch das Chaos der Gefühle. Ich musste es loswerden und alles, was ich in den letzten Wochen für mich behalten hatte, sprudelte heraus. Die Erbschaft, mein neues Leben, Josh, meine Eltern, meine Zukunftspläne, die Angst in der Höhle – nicht mehr herauszukommen und ... Jamie.
Claire: „Was - Jamie ?! Ich brech ab! Jamie der frühere Springreiter, der jetzt dein Vorarbeiter mit dem Outlaw-Look ist ?! Jamie ist wirklich ein ganz lieber Mensch und ein sehr guter Freund, auf den man sich verlassen kann. Auf diesen Schreck, brauche ich dringend ein Wettreiten nach Hause.“
Jamie: „Auch wenn er ein sehr guter Freund ist, behalte es bitte für Dich, Claire. Ich muss mir erst selbst klar werden, was es ist und was ich will. Auf keinen Fall möchte ich jemand verletzen.“
So jetzt war alles raus. Obwohl ich Claire noch nicht lange kannte, war sie für mich in der kurzen Zeit zu einer guten Freundin geworden. Sie kannte Jamie schon sehr lange und ich vertraute ihrer Meinung über ihn. Nicht nur für mich, auch für die Ranch war Claire eine Bereicherung. Steven hatte recht mit seinem Vorschlag eine Bereiterin einzustellen. Unsere Verkaufspferde wurden von Claire richtig ausgebildet und die Verkäufe bestätigten dies. Als wir zurückkamen, fing Jamie Claire beim Außenstall ab.
Jamie: „Und wie war euer Ausritt? Habt ihr euch gut unterhalten? Was hat Gillian denn alles so erzählt?“
Claire: „Sie hat mir alles erzählt. Dass sie eine neue Kaffeemaschine braucht, sie den Kleiderschrank neu sortiert hat und dass am Samstag ein neues Berittpferd kommt. Ach, und dass Du den Abfluss in der Waschbox sauber machen sollst.“
Den neugierigen Jamie hatte sie schlagfertig abgespeist. Als sie nach Hause fahren wollte, hielt sie mich noch kurz im Hof an.
Claire: „So, ich fahre. Der gute Jamie hat mich ganz schön ausgefragt. Ich hab geschwiegen wie ein Grab. Ach, lass ihn den Abfluss in der Waschbox reinigen.“
Gillian: „Danke für's Zuhören, Claire. Bis Samstag. Komm gut nach Hause.“
Die Sache mit dem Abfluss verstand ich zwar nicht ganz, aber ich ließ es Jamie erledigen. Da kam einiges zum Vorschein.
Jamie: „Sehen Sie, mir ist kein Abfluss zu tief und kein Dreck zu dreckig, um Sie glücklich zu machen Ma'am. Wie schon gesagt, für Dich würde ich alles tun.“
Gillian: „Mein Ohrring! Mein Handschuh! Und meine Lieblingssocke, die hab ich schon so lange gesucht!“