Während Josh in Wyoming bleibt, taucht überraschend Jamie auf Meadowland auf. Zwischen neuer Hilfe, alten Gefühlen und einer Postkarte gerät Gillians Gefühlswelt ins Wanken.
Auf dem Hof hatte jemand sein Auto samt Pferdeanhänger einfach hingestellt.
Gillian: „Wesley! Welches Superhirn hat denn hier seinen Anhänger geparkt?“
Niemand war zusehen.
Gillian: „Da sitzt nicht mal jemand drin. Unverschämt. Der blockiert hier alles!“
Ein Mann kam hinter dem Auto hervor.
Mann: „Das Superhirn bin dann wohl ich. Sorry Ma’am, ich lade nur ab, dann parke ich um.“
Als er näher kam erkannte ich den bärtigen Typ. Es war Jamie Springflower.
Gillian: „Jamie! Du bist es. Ich hab Dich fast nicht erkannt. Was machst Du hier? Und was willst Du abladen?“
Jamie: „Er hat Dir nichts gesagt oder? Josh hat mich gebeten Die ein wenig zu helfen, solange er weg ist. Und ich lade Epico ab, mein Pferd.“
Nein, Josh hatte mir nichts gesagt. Ich war sehr überrascht. Jamie und Josh hatten ausgemacht, er könne in Joshs Zimmer über dem Stall wohnen und tagsüber auf der Ranch helfen. Jamie hatte sich eine Auszeit vom Springreiten genommen, der Erfolgsdruck war zu groß. Jetzt sah er mit seinem Vollbart aus wie ein Outlaw und wusste wohl nicht wirklich etwas mit sich anzufangen. Da passte es ja, dass er jetzt hier war … eine win-win-Situation. Ich war Josh echt dankbar. Ich zeigte Jamie die Ranch und wies ihm seine Aufgaben zu. Er hatte sich sehr verändert. Nicht nur äußerlich, auch von seiner Art. Vorher war er unsicher, durch den enormen Druck der durch seine Familie ausgeübt wurde. Sie wollten unbedingt einen Champion, aber dafür reichte es nicht. Wir unterhielten uns lange. Dieser Jamie war mir viel lieber. Gelassen und souverän.
Jamie: „ Mein Vater ist nicht gerade begeistert von meiner Entscheidung. Deshalb bin ich in den letzten Monaten viel herumgereist. In Spanien hab ich Epico entdeckt und wusste sofort, er wird mein Pferd.“
Gillian: „Andalusier sind gute Arbeitspferde. Und jetzt willst Du ihn für die Rancharbeit ausbilden? Dann seid ihr hier ja genau richtig.“
Als ich zurück zum Haus kam, traf ich Derek den Postboten.
Gillian: „Hi Derek, hast Du endlich eine Winteruniform bekommen.“
Derek: „Hallo Gillian, Post liegt unter der Katze auf dem Tisch.“
Auf dem Tisch lag eine Postkarte mit dem Aufdruck ‚Greetings from Wyoming‘.
Gillian: „Yippie! Eine Karte von Josh!“
Postkarte: ‚Hallo Kollegen und Gillian. Wyoming ist super. Ich bin jeden Tag unterwegs und treffe alte Freunde. Von meinem Dad gibt es nichts Neues. Hoffe der alte Herr wird wieder. Josh‘
What?! Da reist er in so einer emotionalen Situation von einer Minute auf die nächste ab, weil es seinem Vater schlecht geht. Ich bleibe zurück, mache mir Sorgen … und er trifft sich mit alten Freunden. Kein Wort, was sein Vater eigentlich hatte, kein Wort an mich. Hallo Kollegen und Gillian … viel unpersönlicher ging es nicht. Zum Glück konnten wie an diesem Abend nicht über ‚uns‘ sprechen – ich hätte mich total zum Narren gemacht. Wütend ging ich in den Stall. In einer Box stand Pearl Hart – Joshs Pferd. Auch sie wurde von Josh verlassen und sie tat mir leid.
Gillian: „Pearl, mein Mädchen. Du verstehst sicher auch die Welt nicht mehr. Es wird eine Weile dauern, aber Josh wird zurückkommen … zurück zu Dir.“
Traurig sattelte ich Field und wollte noch ein wenig reiten und alles rauszuweinen. Jamie fing mich ab.
Jamie: „Was ist los mit Dir, Gillian. Du redest kaum ein Wort, starrst den ganzen Tag vor Dich hin und jetzt weinst Du sogar. Ist etwas passiert oder habe ich etwas falsch gemacht? Du kannst es mir ruhig sagen.
Gillian: „Ach ich weiß auch nicht Jamie. Vielleicht ist es, weil meine Eltern so schnell wieder abgereist sind. Ich bin im Moment einfach sensibel.“
Am Abend sah ich Jamie mit Epico in der Arena trainieren und schaute ihnen zu. Jamie kam direkt auf mich zugeritten.
Jamie: „Ich habe mir was überlegt. Du brauchst eine Auszeit. Wie fahren übers Wochenende in die Hütte meiner Eltern. Für die Kollegen ist es ok. Nimm Deine Skier und warme Kleidung mit. Abfahrt morgen 8 Uhr.“
Gillian: „Aber … ach, was solls. Wir fahren um 8 Uhr.“