Episode 001
Eine ungeplante Reise

Episode 001

Eine ungeplante Reise

Nach dem Tod ihres Großonkels reist Gillian erstmals nach Jorvik. Zwischen fremden Menschen, alten Familiengeschichten und einer Beerdigung beginnt eine Reise, die mehr verändern wird als erwartet.

Mein Vater hatte noch einen Onkel, der auf Jorvik lebte - George Meadowland.

Eines Tages erhielt ich einen Anruf von meinem Vater. Onkel George wäre gestorben. Für meine Eltern war es nicht möglich nach Jorvik zu reisen, also bat mich mein Vater – im Namen der Familie - an Georges Begräbnis teilzunehmen. Jorvik war für mich nur der Name der Heimat meiner Eltern, ich hatte keinerlei Bezug dazu. Wirklich Lust hatte ich nicht, ich kannte ja dort niemanden. Aber ich merkte, es war meinem Vater wichtig, also sagte ich zu.

Die Insel Jorvik war nur mit der Fähre zu erreichen. Es war eine lange Reise bis ich im Hafen der Stadt Fort Pinta ankam. In Moorland gab es ein Reitlager, in dem ich mir ein kleines Ferienhaus gebucht hatte. Da es keine andere Möglichkeit gab, machte ich mich zu Fuß auf den Weg.

Müde und durstig kam ich in Moorland an. Nachdem ich etwas getrunken – und meine Sachen ausgepackt hatte, sah ich mich auf der Anlage um. Sie war hübsch gemacht, aber eher etwas für Kinder und Jugendliche. Überall wuselten junge Reiterinnen und Reiter herum, es gab einen kleinen Laden und jede Menge Pferde. Zu Pferden hatte ich schon von klein auf eine ganz besondere Beziehung und lernte reiten – gefühlt nachdem ich gerade erst das Laufen gelernt hatte.

Auf einer der Koppel Stand ein besonders schöner Schecke. Er war zutraulich, kam direkt auf mich zu und ließ sie streicheln.

Oha! Wo war nur die Zeit geblieben? Jetzt musste ich mich beeilen, wenn ich nicht zu spät zu Georges Beerdigung kommen wollte. Es kamen nur wenige Trauergäste zur Beisetzung. Einer davon war Herr Franklin, der Bürgermeister von Firgrove. Georges Ranch lag in diesem Gebiet. Herr Franklin gab mir die Hand und wünschte mir sein herzliches Beileid. Er bat mich, mich am nächsten Morgen um 8 Uhr beim Notar in Silverglade einzufinden. Eine ältere Dame stellte sich mir als Esmeralda Holdsworth vor, eine Freundin der Familie. Sie lud mich im Anschluss an die Beerdigung auf einen Kaffee in ihr Haus in Moorland ein. Wir saßen in ihrem Garten bei Kaffee und redeten.

Gillian: „Ich habe Onkel George nie kennengelernt. Mein Vater hat auch nie über ihn gesprochen“.

Esmeralda: „Mach Dir keinen Kopf, Kind. Es ist wie es ist. Mach Dir ein paar schöne Tage hier und komm nochmal vorbei, bevor Du wieder abreist.“

Esmeralda erzählte mir, dass mein Vater Onkel George früher oft besuchte. Die beiden verstanden sich sehr gut, bis mein Vater heiratete und nach München zog. George nahm ihm das Übel und der Kontakt wurde immer weniger. George veränderte sich. Er wurde immer griesgrämiger und die Leute mieden ihn. Für ihn gab es nur noch die Ranch. Frau und Kinder hatte er nicht. Meine Großmutter – Georges Schwester - und Esmeralda waren beste Freundinnen. Als meine Großmutter schwer erkrankte, versprach Esmeralda ihr nach George zu schauen. Dann verstarb meine Großmutter. Esmeralda sagte, dass sie selbst den Kontakt zu George längst abgebrochen hätte, wenn sie meiner Großmutter nicht dieses Versprechen gegeben hätte.

Viele Gedanken gingen durch meinen Kopf … viel zu viele. Ein Ausritt wäre jetzt perfekt, dabei bekam ich den Kopf immer frei. Ich fragte bei den Moorland Ställen, ob ich mir ein Pferd ausleihen könnte. Justin Moorland, ein hübscher junger Mann um die 20 und Sohn des Betreibers, gab mir ein Pferd. Es war der Schecke, den ich zuvor schon auf der Koppel entdeckt hatte.

Justin: „Das ist Field, ein braves und erfahrenes Pferd. Mit ihm kannst Du das Gelände erkunden“

Und das tat ich dann auch. Ein langer und aufregender Tag ging mit diesem wundervollen Ausritt zu Ende. Ich war todmüde, fiel ins Bett und schlief sofort ein.

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